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Forschungsdaten Bildung - Details zur Studie:

Bildungsgerechtigkeit oder Reproduktion von Bildungsungerechtigkeit durch schul- und sozialpädagogische Professionelle

Die Studie fokussierte auf die beiden Professionen, die im Ganztag kooperieren sollen und denen typischerweise unterschiedliche Sichtweisen auf Bildungsgerechtigkeit zugeschrieben werden: Während Lehrkräfte nicht selten als diejenigen angesehen werden, die über Notengebung Leistungsselektion betreiben, werden Sozialpädagogen vielfach eher als diejenigen betrachtet, die kompensatorisch Ungerechtigkeiten des Systems ausgleichen. Empirisch kaum untersucht ist allerdings, ob diese Zuschreibungen überhaupt haltbar sind, inwiefern die beiden Professionen gegebenenfalls zur Reproduktion von Ungleichheiten im Schulsystem beitragen und wie ihre Zusammenarbeit vor dem Hintergrund ihrer eigenen Sichtweisen auf Bildungsgerechtigkeit vorzustellen ist. [Dementsprechend wurden im Rahmen der Studie der Idee der Kontrastierung folgend an zwei ganztägigen Gymnasien und an zwei ganztägigen Hauptschulen die Sichtweisen und Handlungslogiken der beteiligten professionellen Akteure - Schulleiter, Lehrkräfte, Professionelle der Sozialen Arbeit - untersucht.] Anhand von Interviews, „natürlichen“ Gesprächen und mehrmonatigen ethnografischen Schulbeobachtungen und Unterrichtsbeobachtungen wurden die Deutungen und Praxen von Angehörigen beider Professionen mithilfe einer sozialwissenschaftlichen Hermeneutik rekonstruiert. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur Lehrkräfte zur Reproduktion von Bildungsungerechtigkeit beitragen, sondern auch Sozialpädagogen. Obwohl bisherige Rekonstruktionen zunächst eine Akzeptanz der primär durch die Bildungspolitik erfolgenden Verantwortungszuschreibung zur Herstellung von Bildungsgerechtigkeit verdeutlichen, wird von den Professionellen zugleich aber zur eigenen Entlastung auf einschränkende Strukturen verwiesen. Im Zuge dessen wird auch die Verantwortung für Bildungsungerechtigkeiten in responsibilisierender Weise auf die Schüler und deren familiäre Kontexte übertragen. Verwiesen ist damit auf neuralgische Punkte für die professionelle Praxis in Ganztagsschulen, die eigene Reproduktionsleistungen reflektiert und gleichzeitig zu einer Reduktion von Bildungsungerechtigkeit beiträgt. (DIPF/Projekt/Projektträger)

Studien- und Projektinformationen

UntertitelFallrekonstruktionen am Beispiel ganztägiger Arrangements
Laufzeit01.10.2011 - 31.01.2015
ProjektleitungHeinrich , Martin
Beteiligte Wissenschaftler/innenBarlösius, Eva; Thieme, Nina; Faller, Christiane; Klenner, Denise
Beteiligte Institution(en)Institut für Erziehungswissenschaft (Leibniz Universität Hannover)
Kontakt des Projektsmartin.heinrich@uni-bielefeld.de
Projektwebsitehttp://www.birbi-pro.uni-hannover.de
SchlagwörterGanztagsschule; Schulleiter; Sozialpädagoge; Lehrer; Hauptschule; Gymnasium; Beruf; Soziale Herkunft; Soziale Benachteiligung; Chancengleichheit; Soziale Ungerechtigkeit; Ethnografie; Narratives Interview; Interview; Vergleich; Deutschland
Forschungs-/FörderprogrammRahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung (EBF)
Schwerpunkt: Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Sozialer Wandel und Strategien der Förderung
FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen01JC1114
Inhaltliche AngabenGemäß eines ethnographischen Zugangs erfolgte 2011/2012 eine erste von zwei Feldphasen, in der durch ein "Eintauchen" der Forscher in das zu untersuchende Feld zunächst eine Sensibilisierung für den Gegenstand der Studie stattfand. Zum Ende dieser ersten Feldphase standen sowohl die Sichtweisen der einzelnen Professionellen als auch deren kollektive Sichtweisen auf Bildungsungerechtigkeit im Fokus, die anhand narrativer Interviews und natürlicher Gespräche untersucht wurden. An diese erste Phase schloss nach einer mehrmonatigen Unterbrechung eine zweite Feldphase an, deren Fokus stärker auf die Handlungslogiken der professionellen Akteure gerichtet war: Gemäß der Idee eines "theoretical sampling" konnten Situationen professioneller Praxis gezielt ausgewählt werden, die einerseits durch die in der Zwischenzeit erfolgten sozialwissenschaftlich-hermeneutischen Rekonstruktionen der bis dato vorliegenden protokollierten Daten, andererseits auch durch die Erfahrungen der ersten ethnographischen Phase als aufschlussreich für die forschungsleitenden Fragestellungen erschienen. (DIPF/Projekt)
UntersuchungsdesignBeobachtungsdesign
Details: Ethnographische Studie mit zwei Feldphasen
Erhebungsmethode(n)Beobachtung: Feldbeobachtung
Interview: Persönliches Interview
Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Berlin; Niedersachsen)
UntersuchungseinheitLehrkräfte; Pädagogisches Personal
AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl: Bewusste Auswahl
Population / StichprobeGanztägige Schulen (N=4): ganztägige Gymnasien (n=2) und Hauptschulen (n=2); Lehrkräfte; Sozialpädagogen
AnmerkungenDas Projekt wurde kostenneutral vom 30.09.2014 bis zum 31.01.2015 verlängert.

Forschungsdaten und -instrumente

Qualitative Daten BiRBi-Pro
Art der DatenQualitatives, nicht oder gering standardisiertes Datenmaterial
ZugänglichkeitNicht verfügbar
Erhebungszeitraum01.11.2011 - 01.06.2012; 01.11.2012 - 01.05.2014
ErhebungsverfahrenInterview; Persönliches Interview; Beobachtung; Feldbeobachtung
Anmerkungen zu den DatenDie Daten verbleiben bei den Forscherinnen und Forschern. Wenden Sie sich bitte für nähere Informationen an das Projekt.

Downloads und Links

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