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Forschungsdaten Bildung - Details zur Studie:

Chancen und Risiken von Zeitzeugenbefragungen

Das Vorhaben verfolgte das Ziel, die Effektivität von Zeitzeugenbefragungen im Geschichtsunterricht anhand des Themas "Friedliche Revolution in der DDR" zu überprüfen. Hierbei wurde - basierend auf dem historischen Kompetenzstrukturmodell der FUER-Gruppe - der Frage nachgegangen, welche differenziellen Effekte die Arbeit mit Zeitzeugeninterviews (live - Video - Text) im Hinblick auf (a) die Einschätzung der Unterrichtseinheit, (b) Sachkompetenzen und (c) Faktenwissen der Schüler hat. In der Interventionsstudie wurden 30 Gymnasialklassen der 9. Jahrgangsstufe zum Thema "Friedliche Revolution in der DDR" unterrichtet. Im Mittelpunkt stand die Arbeit mit Zeitzeugeninterviews, wobei in jeweils zehn Klassen mit einem lebendigen Zeitzeugen, mit dem Video einer Zeitzeugenbefragung bzw. mit der Transkription eines Zeitzeugeninterviews gearbeitet wurde. Die Unterrichtsbedingungen wie z. B. Lehrkraft, Person des Zeitzeugen (vier Zeitzeugen), Unterrichtszeit wurden gleich gehalten, um sicherzustellen, dass zu beobachtende Veränderungen ausschließlich auf die Intervention bzw. die mediale (Re-)Präsentation des Zeitzeugen zurückzuführen sind. Die Schüler wurden zu drei Testzeitpunkten (vorher, nachher, Follow-up) mit vorwiegend geschlossenen Aufgabenformaten getestet. Zusätzlich wurden in acht Kontrollklassen lediglich die Testungen durchgeführt. Der Haupterhebung war eine Validierungsstudie vorgeschaltet worden, in der das Messinstrument entwickelt wurde. Hierbei zeigte sich, dass sich im Messinstrument zur Erfassung der epistemologischen Prinzipien der Schüler als Teil der Sachkompetenz die theoretisch angenommenen Denkoperationen der Re- und De-Konstruktion basierend auf den Daten unterscheiden lassen. In der Haupterhebung (...) konnte damit ein Messinstrument eingesetzt werden, das eine reliable, valide und ökonomische Messung der abhängigen Variablen ermöglichte. (…) Die Ergebnisse der Hauptuntersuchung zeigen, dass, obwohl die Intervention in allen drei Bedingungen weitgehend gleich ablief und ein wesentlicher Schwerpunkt in der Vorbereitung und Nachbereitung auf der Reflexion der Standortgebundenheit und Perspektivität von Zeitzeugenaussagen lag, die Lernenden in der Live-Gruppe weniger gut als die in der Videogruppe und Textgruppe erkannt haben, dass Zeitzeugenaussagen und andere Narrationen kritisch de-konstruiert werden müssen. Der Live-Zeitzeuge scheint eine große Überzeugungskraft zu entfalten, sodass die Lernenden die Notwendigkeit, Zeitzeugenaussagen und Narrationen kritisch zu hinterfragen, weniger gut als die Vergleichsgruppen nachvollziehen konnten. Trotzdem waren sie von den inhaltlichen, methodischen und motivationalen Potenzialen der Methode der Zeitzeugenbefragung sehr viel überzeugter als die beiden Vergleichsgruppen. (DIPF/Projekt/Projektträger)

Studien- und Projektinformationen

UntertitelEine randomisierte Interventionsstudie im Geschichtsunterricht
Laufzeit01.09.2010 - 31.08.2013
ProjektleitungTrautwein, Ulrich
Beteiligte Wissenschaftler/innenBertram, Christiane; Wagner, Wolfgang
Beteiligte Institution(en)Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung (Eberhard Karls Universität Tübingen)
Kontakt des Projektsulrich.trautwein@uni-tuebingen.de
Projektwebsitehttp://www.wiso.uni-tuebingen.de/faecher/hector-institut-fuer-empirische-bildungsforschung/forschung/laufende-studien/zeitzeugenbefragungen.html
SchlagwörterZeitzeuge; Befragung; Schüler; Gymnasium; Schuljahr 09; Geschichtsunterricht; Fachdidaktik; Geschichtsvermittlung; Auswirkung; Geschichtsbild; Effektivität; Revolution; Deutschland-DDR; Interview; Test; Deutschland
Forschungs-/FörderprogrammRahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung (EBF)
Schwerpunkt: Promotionsförderung für Nachwuchswissenschaftler/-innen - Empirische Fundierung der Fachdidaktiken
FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen01JG0913

Teilstudie Validierungsstudie

In dieser Studie wurden die Messinstrumente, die in der Interventionsstudie zum Einsatz kommen sollten, entwickelt und in einer Schülerstichprobe eingesetzt und faktorenanalytisch ausgewertet. (DIPF/Projekt)

StudienleitungBertram, Christiane
Laufzeit der Studie01.09.2010 - 31.07.2011
UntersuchungsdesignValidierung
Querschnitt
Erhebungsmethode(n)Inhaltscodierung
Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Baden-Württemberg)
UntersuchungseinheitSchüler
AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl
Anmerkungen: Akquise über Schulleiter und Geschichtslehrkräfte
Population / StichprobeSchüler der 10. Klasse Gymnasium (N=311)

Forschungsdaten und -instrumente

Daten Validierungsstudie
Art der DatenKompetenz- und Leistungsdaten
Qualitatives, nicht oder gering standardisiertes Datenmaterial
Archivierende EinrichtungUniversität Tübingen
ZugänglichkeitNicht verfügbar
Erhebungszeitraum10.01.2011 - 31.01.2011
ErhebungsverfahrenInhaltscodierung
Anmerkungen zu den DatenDie Daten werden bis auf weiteres an der Universität Tübingen gesichert. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an das Projekt.

Teilstudie Validierung des "Kurzinstruments" zu den epistemologischen Prinzipien

Das Kurzinstrument zu den epistemologischen Prinzipien wurde in zwei Erhebungen im Sommersemester 2011 und im Sommersemester 2012 bei Studierenden des Fachs Geschichte wie auch anderer Fächer (v.a. Erziehungswissenschaft, aber auch Lehramt) eingesetzt, um zum einen die faktorenanalytische Struktur der Daten zu überprüfen und zum anderen die Leistung der Studierenden mit derjenigen der Schüler vergleichen zu können zur Überprüfung der Validität des Instruments. Es handelte sich um fast identische Items (33 Items), die zu zwei Messzeitpunkten in zwei unterschiedlichen Stichproben eingesetzt wurden.(DIPF/Projekt)

StudienleitungBertram, Christiane
Laufzeit der Studie01.02.2011 - 30.09.2012
UntersuchungsdesignValidierung
Querschnitt
Erhebungsmethode(n)Messungen und Tests: Leistungs- und Kompetenztests
Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Baden-Württemberg)
UntersuchungseinheitStudierende
AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl
Anmerkungen: Akquise über Lehrpersonal (Universität) im Rahmen von Vorlesungen und Seminaren (Bereich Erziehungswissenschaft sowie Geschichtswissenschaft)
Population / StichprobeZwei unterschiedliche Stichproben; Erhebung Messzeitpunkt 2011: Studierende (n=360); Erhebung Messzeitpunkt 2012: Studierende (n=544)

Forschungsdaten und -instrumente

Kompetenz- und Leistungsmessungen der Validierung
Art der DatenKompetenz- und Leistungsdaten
Archivierende EinrichtungUniversität Tübingen
ZugänglichkeitNicht verfügbar
Erhebungszeitraum12.04.2011; 22.05.2012 - 12.07.2012
ErhebungsverfahrenLeistungs- und Kompetenztests
Anmerkungen zu den DatenDie Daten werden bis auf weiteres an der Universität Tübingen gesichert. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an das Projekt.

Teilstudie Interventionsstudie: Wirksamkeit von Zeitzeugenbefragungen im Geschichtsunterricht

In der Experimentalstudie wurden Daten von drei Experimentalgruppen (Live, Video, Text) im Kontrollgruppendesign zu drei Messzeitpunkten (Prätest - Posttest - Follow-Up-Test) erhoben und analysiert.

StudienleitungBertram, Christiane
Laufzeit der Studie01.10.2011 - 30.09.2012
UntersuchungsdesignExperimentelles Design
Längsschnitt
Erhebungsmethode(n)Inhaltscodierung
Untersuchungsgebiet (geogr.)Deutschland (Baden-Württemberg)
UntersuchungseinheitSchüler
AuswahlverfahrenNicht-Wahrscheinlichkeitsauswahl
Anmerkungen: Akquise über zur Teilnahme an der Studie bereite Schulleiter und Lehrkräfte
Population / StichprobeSchüler der 9. Klasse Gymnasium (N=962)

Forschungsdaten und -instrumente

Daten Interventionsstudie
Art der DatenKompetenz- und Leistungsdaten
Qualitatives, nicht oder gering standardisiertes Datenmaterial
Archivierende EinrichtungUniversität Tübingen
ZugänglichkeitNicht verfügbar
Erhebungszeitraum01.10.2011 - 30.09.2012
ErhebungsverfahrenInhaltscodierung
Anmerkungen zu den DatenDie Daten werden bis auf weiteres an der Universität Tübingen gesichert. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an das Projekt.

Downloads und Links

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